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Die Dörfer der südlichen Rhône: Gigondas, Vacqueyras, Rasteau, Cairanne und Tavel

Rund um die Dentelles de Montmirail liegen die schönsten Weindörfer der Rhône eine halbe Stunde voneinander entfernt, und auf der anderen Flussseite macht Tavel nur Rosé. Ein Rundgang in zwei Tagen, mit den Caveaus, in denen du ohne Termin verkostest.

Weinberge bei Séguret am Fuß der Dentelles de Montmirail

Die kurze Antwort: Rund um die Dentelles de Montmirail, einen Kalksteinkamm östlich von Orange, liegen die schönsten Weindörfer der südlichen Rhône eine halbe Stunde voneinander entfernt: Gigondas, Vacqueyras, Beaumes-de-Venise, Rasteau, Cairanne und Séguret. Auf der anderen Flussseite liegen Tavel, die einzige Appellation Frankreichs, die ausschließlich Rosé macht, und Lirac. Jedes Dorf hat eine Genossenschaft oder ein Caveau, wo du ohne Termin verkosten kannst, und die Preise liegen zwischen 10 Euro für einen Cairanne und 25 Euro für einen guten Gigondas. Zwei Tage reichen für den gesamten Rundgang, mit Vaison-la-Romaine als ruhigem Standquartier.

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Châteauneuf-du-Pape bekommt die ganze Aufmerksamkeit, aber wer eine Woche in der südlichen Rhône verbringt, verbringt die meiste Zeit woanders: in den Dörfern am Fuß der Dentelles de Montmirail. Hier ist die Landschaft schöner, sind die Weine günstiger und stehen die Winzer noch selbst hinter der Theke. Dieser Artikel nimmt dich von Dorf zu Dorf mit, erklärt, was jede Cru besonders macht, und gibt Adressen, wo du ohne Termin vorbeischauen kannst. Er ist Teil unserer Serie über die Weinregion Rhône in Frankreich.

Die Dentelles: die Kulisse

Die Dentelles de Montmirail sind eine Reihe von Kalksteinfelsen von rund 700 Metern Höhe, die wie ein gezackter Kamm über den Weinbergen aufragen. Der Name verweist auf Spitze, dentelle, und aus der Ferne sehen die weißen Spitzen tatsächlich wie ein Spitzenbesatz aus. Geologisch handelt es sich um aufgerichtete und gekippte Jurakalkschichten, und dieser Kalk fließt durch Erosion in die Weinberge. Je höher man kommt, desto kühler und kalkreicher wird es, je niedriger, desto mehr Lehm und Kiesel. Dieser Unterschied in Höhenlage und Boden erklärt, warum Gigondas, Vacqueyras und Beaumes-de-Venise, deren Kirchtürme einander in Sichtweite sind, drei deutlich unterschiedliche Weine machen.

Der Bergkamm ist auch ein Wander- und Kletterrevier. Von Gigondas aus führen markierte Routen von zwei bis vier Stunden durch Weinberge und Eichenwald bis zum Fuß der Felswände, mit Blick bis zum Mont Ventoux. Im Sommer startest du vor neun Uhr; die Wege sind schattenlos, und nach dem Mittag steigt die Temperatur über dreißig Grad.

Gigondas: die erste Cru der Dentelles

Gigondas wurde 1971 als erstes Dorf der Dentelles eine eigenständige Cru und ist bis heute die Referenz. Der Weinberg umfasst rund 1.200 Hektar, von der Ebene auf 100 Metern bis zu Parzellen auf 500 Metern Höhe an den Felsen. Grenache ist mit mindestens 50 Prozent vorgeschrieben, ergänzt durch Syrah und Mourvèdre, und der Wein liegt zwischen der Kraft des Châteauneuf-du-Pape und der Frische der Höhenlage: dunkle Frucht, Lorbeer, Thymian und ein kräftiger Tannin, der fünf bis fünfzehn Jahre Reife verlangt. Seit 2023 darf Gigondas auch Weißwein machen, aus mindestens 70 Prozent Clairette; die ersten Flaschen sind inzwischen im Handel.

Das Dorf ist klein und im Zentrum autofrei. Auf dem Platz steht das Caveau du Gigondas, das gemeinsame Verkostungslokal der Appellation, wo du für ein paar Euro Dutzende Erzeuger nebeneinander verkosten und zum Erzeugerpreis kaufen kannst. Das ist die effizienteste Verkostung der gesamten Rhône. Namen, nach denen du suchen solltest: Domaine Santa Duc, Domaine du Cayron, Château de Saint Cosme (das älteste Weingut des Dorfes, mit einem römischen Weinkeller), Domaine Raspail-Ay, Domaine les Pallières (von der Familie Brunier von Vieux Télégraphe) und Pierre Amadieu, der größte Besitzer in den höchsten Lagen. Preis ab Weingut: 15 bis 25 Euro, besondere Cuvées 30 bis 45 Euro.

Vacqueyras: der sanftere Nachbar

Vier Kilometer südlicher, tiefer und wärmer gelegen, liegt Vacqueyras, Cru seit 1990 und mit 1.400 Hektar etwas größer als Gigondas. Der Boden besteht vor allem aus dem Kieselplateau Les Garrigues, und die Weine sind runder, weicher und eher trinkig als Gigondas, mit reifer roter und schwarzer Frucht und einem würzigen, fast süßlichen Abgang. Ein guter Vacqueyras kostet 13 bis 22 Euro und ist ab dem dritten Jahr trinkreif.

Die Genossenschaft Cave de Vacqueyras an der Hauptstraße hat ein Verkostungslokal mit den meisten Erzeugern des Dorfes. Domaine de Montvac, Domaine le Sang des Cailloux (mit Cuvées, die jedes Jahr den Vornamen einer der Töchter tragen), Domaine la Monardière und Château des Tours (von der Familie Reynaud von Château Rayas, hier deutlich erschwinglicher) sind die Adressen. Das Dorf selbst ist bescheiden, mit einem Platz, einer Kirche und einem Bistro; der große Platz wird im Juli für das Festival des Vins genutzt, eine kostenlose Verkostung der gesamten Appellation.

Beaumes-de-Venise: zwei Gesichter

Beaumes-de-Venise, auf der Südseite der Dentelles, ist vor allem für seinen Muscat bekannt: ein vin doux naturel aus Muscat à petits grains, dessen Gärung durch Zugabe von Weinalkohol gestoppt wird, sodass ein Teil des Traubenzuckers im Wein verbleibt. Das Ergebnis ist süß, aber frisch und blumig, mit Traube, Pfirsich und Orangenblüte, und 15 Prozent Alkohol. Man trinkt ihn eisgekühlt zu Melone, Aprikosentorte oder Nougat aus Montélimar, oder als Aperitif an einem warmen Abend. Eine halbe Flasche kostet 8 bis 12 Euro.

Weniger bekannt ist, dass das Dorf seit 2005 auch eine Rotwein-Cru ist, auf den sogenannten Terres du Trias, Böden aus Gips und farbigem Lehm, die in der gesamten Rhône einzigartig sind. Der rote Beaumes-de-Venise ist geschmeidig, fruchtig und würzig, für 11 bis 16 Euro. Die Genossenschaft Rhonéa (der Zusammenschluss der Genossenschaften von Beaumes und Vacqueyras) hat ein großes Verkostungslokal am Dorfrand; Domaine de Durban, hoch über dem Dorf mit Blick auf den Ventoux, macht den am meisten gelobten Muscat und ist ohne Termin zu besuchen. Domaine de Fenouillet ist die Adresse für den Roten.

Séguret und Sablet: Villages mit Aussicht

Auf der Nordseite der Dentelles liegen zwei Dörfer, die keine Cru sind, sondern Côtes du Rhône Villages mit Ortsnamen, und die du nicht auslassen solltest. Séguret gilt offiziell als eines der schönsten Dörfer Frankreichs: eine mittelalterliche Gasse, die sich den Felsen hinaufwindet, mit einem Brunnen, einem Glockenturm und Aussicht über die gesamte Ebene bis Orange. Die Weine sind elegant und würzig, für 11 bis 15 Euro; Domaine de Mourchon, hoch in den Hügeln, und Domaine de Cabasse sind die Adressen. Sablet, ein paar Kilometer weiter, steht auf Sand und macht geschmeidige, früh trinkbare Weine. Wie sich die Kategorie Villages zu den Crus verhält, liest du in unserer Erklärung zu Côtes du Rhône, Villages und Crus.

Rasteau und Cairanne: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis des Südens

Zehn Kilometer nördlich der Dentelles, auf nach Süden ausgerichteten Hügeln aus Lehm und Kalk, liegen Rasteau und Cairanne. Beide sind erst vor kurzem zur Cru erhoben worden, Rasteau 2010 und Cairanne 2016, und das merkt man an den Preisen: für 12 bis 18 Euro bekommst du hier Wein, der in Gigondas 25 Euro kosten würde.

Rasteau macht kräftigen, warmen, fast süßfruchtigen Rotwein mit viel Grenache, daneben seit 1944 auch einen vin doux naturel aus Grenache, rot oder bernsteinfarben, der lange im Fass zu einem portweinartigen, nussigen Wein reift. Domaine la Soumade, Domaine Gourt de Mautens und Domaine des Escaravailles sind die Namen; die Genossenschaft Ortas hat ein Verkostungslokal an der Hauptstraße.

Cairanne ist eleganter und frischer, mit mehr Syrah und Mourvèdre im Verschnitt und einem Boden, der von blauem Mergel bis zu roten Kieseln reicht. Domaine Alary, Domaine Richaud, Domaine Oratoire Saint-Martin und Domaine Brusset sind hervorragend; die Genossenschaft Cave de Cairanne hat ein Verkostungslokal mit einem kurzen Film über die Böden. Laut Decanter gehört Cairanne zu den besten Schnäppchen der gesamten Rhône, und das sehen wir genauso. Kombiniere den Besuch mit dem Samstagsmarkt von Vaison-la-Romaine, einem der größten der Provence, eine Viertelstunde entfernt.

Die andere Seite: Tavel und Lirac

Überquere bei Roquemaure die Rhône ins Département Gard, und du stehst in einem anderen Weinland. Tavel, ein Dorf mit 2.000 Einwohnern, ist die einzige Appellation Frankreichs, die ausschließlich Rosé machen darf. Das ist kein blasser Provence-Rosé, sondern ein dunkler, trockener, kräftiger Wein aus Grenache, Cinsault und Clairette mit 13 bis 14 Prozent Alkohol, der zum Essen gehört und zwei bis fünf Jahre reifen kann. Die Böden sind vielfältig: lauzes (flache Kalksteine), Sand und die Kiesel von Châteauneuf auf der anderen Seite. Château d'Aquéria, Domaine de la Mordorée und Prieuré de Montézargues sind die Referenzen; die Genossenschaft Les Vignerons de Tavel hat ein Verkostungslokal an der Durchgangsstraße. Preis 10 bis 18 Euro.

Lirac, ein paar Kilometer nördlicher, macht Rot-, Weiß- und Roséwein auf denselben galets roulés wie Châteauneuf-du-Pape, und die Rotweine ähneln entsprechend einem leichteren, günstigeren Châteauneuf: 12 bis 20 Euro. Domaine de la Mordorée (die hier ihren besten Roten macht), Château de Montfaucon und Domaine Maby sind die Adressen. Lirac ist im deutschsprachigen Raum wenig bekannt und genau deshalb ein guter Kauf.

Der Rundgang in zwei Tagen

Tag 1, die Dentelles. Beginne in Gigondas beim Caveau du Gigondas (geöffnet ab 10:00 Uhr), wandere eine Stunde Richtung Felsen, Mittagessen im Dorf, fahre über Vacqueyras (Cave de Vacqueyras) nach Beaumes-de-Venise (Domaine de Durban für den Muscat, mit Aussicht) und ende in Séguret zum Sonnenuntergang über der Ebene. Rechne mit 40 Kilometern Fahrt.

Tag 2, der Norden und die andere Flussseite. Am Samstag zuerst der Markt von Vaison-la-Romaine und die römischen Ausgrabungen, dann Cairanne (Cave de Cairanne) und Rasteau (Ortas oder Domaine la Soumade), Mittagessen in Rasteau, und am Nachmittag über den Fluss nach Lirac und Tavel. Insgesamt etwa eine Stunde Fahrt, 70 Kilometer.

Eine praktische Warnung: Die meisten Caveaus schließen zwischen 12:00 und 14:00 Uhr sowie sonntags und montags. In der zweiten Augusthälfte sind viele Familienweingüter selbst im Urlaub. Nimm eine Kühlbox für die Einkäufe mit; in einem heißen Kofferraum nimmt Rotwein nach einem Nachmittag Schaden. Und trinke nicht alles, was du probierst: Die französische Promillegrenze liegt bei 0,5, und die Polizei kontrolliert auf der D977 zwischen Orange und Vaison.

Standquartier und Essen

Vaison-la-Romaine ist das angenehmste Standquartier für die Dentelles: ein Städtchen mit römischen Ruinen, einer mittelalterlichen Oberstadt und einer Handvoll Hotels und Restaurants, eine Viertelstunde von allen Dörfern entfernt. Wer lieber in einem Weindorf übernachtet, wählt Gigondas oder Séguret, wo es einige Chambres d'hôtes und kleine Hotels gibt; buche früh. Orange und Avignon liegen eine halbe Stunde entfernt und sind die bessere Wahl, wenn du auch Châteauneuf-du-Pape und die Städte besuchen willst; unser Vergleich von Orange und Avignon als Standquartier hilft bei der Entscheidung.

Das Essen ist provenzalisch: Lammfleisch mit Knoblauch und Rosmarin, Daube in Rotwein, Ziegenkäse vom Markt, Tapenade und Olivenöl aus den Mühlen rund um Nyons. Zu Gigondas passen die kräftigen Rotweine zu Wild und Lamm, zu Tavel eine Bouillabaisse oder eine gegrillte Dorade. Von November bis März fährst du eine halbe Stunde nördlicher nach Richerenches, zum größten Trüffelmarkt Frankreichs am Samstagmorgen.

Für wen eignen sich die Dörfer?

Für alle, die Landschaft und unbefangenes Probieren lieben, und für alle, denen die Preise von Châteauneuf-du-Pape zu hoch sind. Die Dörfer rund um die Dentelles liefern für 12 bis 20 Euro Wein, den das Dorf auf der anderen Seite der A7 für das Doppelte verkauft, und die Winzer haben Zeit für ein Gespräch. Wanderer und Radfahrer kommen hier besser auf ihre Kosten als sonst irgendwo an der Rhône.

Weniger geeignet für alle, die lieber leichte, frische Weine trinken; hier ist alles auf Grenache aufgebaut und hat mindestens 14 Prozent Alkohol. Auch wer berühmte Namen sucht, ist besser aufgehoben in Châteauneuf-du-Pape oder eine Stunde nördlicher bei Hermitage und Côte-Rôtie. Wer zu Hause schon mal probieren möchte, wie Syrah in einem südlichen Verschnitt im Vergleich zur reinen nördlichen Version schmeckt, beginnt bei unserer Auswahl an Syrah-Weinen.

Quellen und weiterführende Lektüre

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Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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Door Kevin & Frank van Wijntripje

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