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Cava an der Quelle entdecken: eine Weinreise ins Penedès in Katalonien

Cava ist mehr als Supermarktregal. Im Penedès rund um Sant Sadurní d'Anoia wachsen die besten Rebsorten, und biologisch arbeitende Winzer machen Schaumweine von Weltklasse. Das ist dein kompletter Guide für eine Weinreise ins Cava-Herz Spaniens.

Weinberge im Penedès, Spanien

Die Cava-Region Spaniens liegt im Penedès, einem Weinbaugebiet südwestlich von Barcelona. Wer Cava wirklich verstehen will, muss in diese Region reisen, genauer gesagt in das Städtchen Sant Sadurní d'Anoia, rund vierzig Kilometer von der katalanischen Hauptstadt entfernt. Hier stehen die großen historischen Bodegas direkt neben kleinen Familienbetrieben, die seit Generationen mit denselben Rebsorten arbeiten. Die Landschaft wirkt ruhiger als erwartet: sanfte Hügel, weite Weinberge und eine zurückhaltende Atmosphäre, die weit entfernt ist vom touristischen Trubel der Costa Brava.

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Was Cava eigentlich ist, und warum das Penedès zählt

Cava ist ein spanischer Schaumwein, der nach der traditionellen Methode hergestellt wird, bei der die zweite Gärung in der Flasche stattfindet. Das ist dieselbe Technik wie bei Champagner, doch hier endet die Ähnlichkeit zum Teil schon wieder. Die Rebsorten sind andere: der klassische Cava wird aus Macabeo, Xarel·lo und Parellada gemacht. Die beiden letzteren wachsen fast ausschließlich im Penedès, und das verleiht dem Wein einen Charakter, den du sonst nirgendwo findest. Macabeo bringt Frische und florale Noten, Xarel·lo Struktur und erdiges Gewicht, Parellada Feinheit und eine leichte Blumigkeit.

Die DO Cava, die offizielle Appellation, wurde 1986 formell festgelegt und umfasst technisch gesehen mehrere spanische Regionen. Mehr als neunzig Prozent allen Cavas stammen jedoch aus dem Penedès. Seit 2020 gibt es zudem die strengere Klassifikation Cava de Paraje Calificado, vergleichbar mit einem Grand-Cru-Status, für Weinberge, die zusätzlich hohe Anforderungen an Ertrag, Handlese und Mindestreifung erfüllen. Der Höchstertrag für diese Kategorie liegt bei 48 Hektoliter pro Hektar, deutlich niedriger als das allgemeine Maximum für DO Cava. Wer verstehen will, warum Cava heute ernster genommen wird als noch vor zehn Jahren, sollte genau diese Kategorie probieren. Wine Spectator vergab dem Gramona Imperial Gran Reserva 2017 93 Punkte (Ausgabe November 2022) und wies damit auf den Qualitätssprung hin, den kleine Produzenten im Penedès vollzogen haben. Spitzenbetriebe wie Gramona und Recaredo erreichen regelmäßig über 90 Punkte. Wenn du wissen willst, welche Flaschen gerade besonders lohnenswert sind, wirf einen Blick auf unsere Top 10 Cava des Moments, täglich aktualisiert nach Qualität und Preis.

Das Terroir von Sant Sadurní d'Anoia

Der Boden rund um Sant Sadurní d'Anoia besteht hauptsächlich aus Kalkstein und Lehm, mit vereinzelten sandigen Schichten, die die Drainage verbessern. Die Lage auf etwa zweihundert Metern Höhe sorgt für kühlere Nächte, als man es für ein mediterranes Klima erwarten würde. Diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht begünstigen die Aromaentwicklung und den Säuregehalt der Trauben, Eigenschaften, die sich später im Schaumwein als Lebendigkeit und Länge bemerkbar machen.

An einem kühlen Septembermorgen probierten wir den Recaredo Turo d'en Mota 2015, einen Cava de Paraje Calificado aus 100 % Xarel·lo mit einer Dosage von nur 2 g/l. Der mineralische, fast salzige Abgang erinnerte an Meeresbrise vermischt mit reifer Zitronenschale, mit einem Unterton von weißem Obst und nassem Stein. Der Winzer zeigte uns die weißen Kalksteinblöcke, die zwischen den Rebstöcken auf seinen Parzellen buchstäblich aus der Erde ragen. Dieser steinige Untergrund, so erklärte er, sei genau der Grund, warum dieser Wein so trocken und scharf definiert ist. Decanter zeichnete den Turo d'en Mota bereits mehrfach mit einer Platinum-Auszeichnung aus, und nach diesem Moment im Keller verstanden wir warum.

Bodegas in der Cava-Region besuchen: wo du anfängst

Sant Sadurní d'Anoia zählt mehr als achtzig Produzenten, von industriellen Riesen bis zu winzigen Familienbetrieben. Für einen ersten Besuch ist es ratsam, nicht mehr als zwei oder drei Bodegas pro Tag einzuplanen. Ein gründlicher Besuch mit Verkostung dauert schnell anderthalb bis zwei Stunden, und deine Geschmacksnerven brauchen nach dem dritten Flight Schaumwein wirklich eine Pause.

Freixenet und Codorníu sind die bekanntesten Namen, und ihre Besucherzentren sind professionell für große Gruppen ausgelegt. Freixenet verarbeitet jährlich mehr als hundert Millionen Flaschen, und die Kellerführung ist von beeindruckender Größenordnung. Die Gänge sind kühl und dämmrig, mit kilometerlangen Regalen voller reifender Flaschen. Wer gezielt handwerklichen Cava mit Terroirausdruck sucht, findet bei den kleineren Produzenten jedoch mehr.

Drei Bodegas, die einen Besuch wert sind

Recaredo in Sant Sadurní d'Anoia ist ein naheliegender Ausgangspunkt für ernsthafte Weinliebhaber. Dieser Familienbetrieb arbeitet vollständig biologisch und biodynamisch, mit langen Reifezeiten und niedrigen Dosagen. Ihre Corpinnat-Weine, ein Qualitätslabel, das von den besten Penedès-Produzenten gemeinsam gegründet wurde, sind der Beweis, dass Cava mit Champagner der mittleren Preisklasse mithalten kann. Recaredo ist sonntags und montags geschlossen. Besuche sind dienstags bis samstags zwischen 10:00 und 17:00 Uhr möglich, ausschließlich nach Terminvereinbarung über die Website. Rechne mit einem halben Tag. Die Kosten für einen geführten Besuch mit Verkostung liegen bei etwa 25 bis 40 € pro Person, inklusive Mehrwertsteuer.

Gramona, ebenfalls in Sant Sadurní d'Anoia, produziert Weine mit Reifezeiten von teils zehn Jahren oder mehr. Ihr Imperial Gran Reserva besteht aus einer Assemblage überwiegend aus Macabeo und Xarel·lo und reift mindestens drei Jahre auf der Hefe. Der Jahrgang 2017 erreichte 93 Punkte bei Wine Spectator, was für einen Cava nach wie vor außergewöhnlich ist. Das Besucherzentrum ist kleiner als bei den großen Häusern, und die Führungen sind persönlicher. Die Preise für eine Verkostung beginnen bei etwa 20 € inklusive Mehrwertsteuer. Eine Reservierung ist Pflicht, auch außerhalb der Hauptsaison.

Albet i Noya ist ein Pionier des biologischen Weinbaus im Penedès und arbeitet bereits seit den 1980er-Jahren ohne synthetische Pestizide. Neben Cava stellen sie auch stille Weine aus einheimischen Rebsorten wie Pansa Blanca und Garnatxa Blanca her. Ein Besuch hier vermittelt ein breiteres Bild der Region als nur die Schaumweinproduktion. Verkostungen kosten im Schnitt 15 bis 25 € pro Person inklusive Mehrwertsteuer. Achtung: im Juli und August sind die Wartezeiten für Führungen durch den touristischen Andrang deutlich länger.

Praktische Informationen für deinen Besuch

  • Erreichbarkeit: Sant Sadurní d'Anoia ist mit dem Zug von Barcelona Sants aus in etwa 45 Minuten erreichbar (Linie R4). Für Bodegas außerhalb des Zentrums brauchst du ein Auto oder Taxi.
  • Tagesbudget: Rechne mit 50 bis 90 € pro Person für zwei Verkostungen, Mittagessen und Transport ab Barcelona.
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni und September sind angenehm. Juli und August sind sehr heiß und überlaufen. Während der Lese im September und Oktober gibt es in den Weingütern zusätzlich viel zu sehen.
  • Sprache: In den meisten Bodegas wird Englisch gesprochen, aber bei kleineren Produzenten sind ein paar Worte Spanisch oder Katalanisch immer willkommen.
  • Reservierung: Fast alle Bodegas außerhalb der großen Touristenzentren verlangen eine Reservierung. Einfach vorbeischauen wird so gut wie überall abgeraten.
  • Barrierefreiheit: Große Keller wie der von Codorníu sind teilweise für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich, aber die steinernen Treppen und engen Gänge in kleineren Bodegas sind es oft nicht. Erkundige dich vorab.
  • Nicht geeignet für: Wer eine entspannte Strandreise mit Cava als Nebensache sucht. Das Penedès verlangt gezieltes Interesse und eigenes Transportmittel außerhalb des Dorfs.

Cava gegen Champagner: ein ehrlicher Vergleich

Der Vergleich zwischen Cava und Champagner taucht immer wieder auf, und er wird beiden Weinen in gewissem Maße nicht gerecht. Sie teilen die Herstellungsmethode, doch Rebsorten, Klima und Bodenbeschaffenheit sind so unterschiedlich, dass sich das Gefühl im Glas grundlegend unterscheidet. Champagner, hergestellt aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier im kühlen Nordosten Frankreichs, hat meist mehr Brioche, Sahne und Apfel. Cava hat häufiger Zitrus, wilde Kräuter und ein etwas erdigeres Profil durch den Xarel·lo. Jancis Robinson beschrieb den Stil der besten Penedès-Produzenten als "genuinely terroir-driven and no longer content to be seen as budget champagne alternatives".

Ein berechtigter Kritikpunkt ist, dass das große Volumen in der Cava-Branche, mit zig Millionen Flaschen pro Jahr, die durchschnittliche Qualität lange gedrückt hat. Günstigen Cava gibt es nach wie vor reichlich, und das rechtfertigt die Kritik. Doch die Spitzenproduzenten im Penedès machen inzwischen Weine, die in Blindverkostungen problemlos mit gutem Non-Vintage-Champagner mithalten. Die Preise sind dabei deutlich niedriger: ein Cava Gran Reserva guter Qualität kostet im Laden 15 bis 30 €, ein vergleichbarer Champagner schnell das Doppelte. Das macht die Weinreise ins Penedès auch wirtschaftlich interessant für alle, die zu Hause trinken möchten, was sie kennengelernt haben. Für mehr Hintergrund zu Schaumweinen und den Vergleich mit Champagner kannst du auch die Champagne in Frankreich auf Weintrips.de nachlesen.

Ein Tagesausflug ab Barcelona oder ein längerer Aufenthalt?

Viele Reisende kombinieren das Penedès mit einem Aufenthalt in Barcelona, und das lässt sich logistisch gut umsetzen. Die Zugverbindung ist schnell und günstig, und Sant Sadurní d'Anoia selbst ist kompakt genug, um an einem Tag erkundet zu werden. Wer jedoch mehr sehen möchte als die Bodegas im Dorf, die Weinberge in den Hügeln besuchen oder in Richtung des höher gelegenen Penedès fahren will, bleibt besser über Nacht vor Ort. Beachte, dass das Unterkunftsangebot in Sant Sadurní begrenzt ist. Reserviere in der Hauptsaison rechtzeitig im Voraus.

Vilafranca del Penedès, die Hauptstadt der Region, eine Viertelstunde Fahrt von Sant Sadurní entfernt, besitzt ein hervorragendes Weinmuseum, das Vinseum, und einen lebendigen Markt am Samstagmorgen. Die Kombination aus Samstagsmarkt, Museumsbesuch und zwei Bodegas ergibt ein angenehmes Programm für einen zweitägigen Ausflug. Wer die Region ernst nimmt, kann auch weiter nach Priorat fahren, eine der faszinierendsten Weinregionen Spaniens, etwa anderthalb Stunden Fahrt südlich gelegen.

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Auf der Hin- oder Rückreise über Barcelona lohnt sich auch ein Blick auf die größere Weinkarte Spaniens. Das Penedès ist nur eine Facette dessen, was dieses Land zu bieten hat, aber eine besonders faszinierende, und Cava ist dort der beste Grund hinzufahren.

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Häufig gestellte Fragen

Wie komme ich am besten von Barcelona nach Sant Sadurní d'Anoia?

Du reist am schnellsten mit dem Zug: vom Bahnhof Barcelona Sants dauert es etwa 45 Minuten. Ein Mietwagen gibt dir mehr Freiheit, um mehrere Bodegas an einem Tag zu besuchen.

Was kostet eine Cava-Verkostung im Penedès?

Rechne mit 15 bis 30 Euro pro Person bei kleineren Bodegas, bei Top-Produzenten wie Recaredo kann dies bis zu 40 Euro betragen, inklusive 3 bis 4 Weinen und einem Glas zum Mitnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen normalem Cava und Cava de Paraje Calificado?

Cava de Paraje Calificado folgt deutlich strengeren Regeln: niedrigere Erträge pro Hektar, Handlese und längere Reifezeit. Diese Kategorie entspricht einem Grand Cru und liefert deutlich bessere Qualität.

Welche Jahreszeit ist am besten, um Cava im Penedès zu entdecken?

Mai bis Oktober ist ideal, besonders der September, wenn du die Weinlese miterleben möchtest. In diesen Monaten ist das Wetter angenehm und die Bodegas sind nicht überlaufen mit Touristen.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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Door Kevin & Frank van Wijntripje

Wij reizen zelf door de Europese wijnstreken; bij wijnhuizen en wijnen zie je precies wat we zelf bezochten en proefden. Lies mehr über uns und unsere Arbeitsweise