Die kurze Antwort: Pommard ist ein Dorf in der Côte de Beaune, das für kraftvolle, tanninreiche Pinot Noirs mit dunklem Fruchtaroma, erdigen Noten und gelegentlich Trüffel bekannt ist. Dieser Stil entsteht aus den eisenreichen, rotbraunen Lehmböden, die den Weinen mehr Gewicht und Struktur verleihen als etwa dem benachbarten Volnay. Die Appellation besitzt keine Grands Crus, zählt aber 28 Premiers Crus, von denen Les Rugiens und Les Épenots die bedeutendsten sind.
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Pommard klingt gewichtiger als die meisten anderen Namen im Burgund. Es ist ein Name, der etwas verspricht, und dieses Versprechen wird selten eingelöst, ohne dass man dafür etwas investieren muss, sowohl an Aufmerksamkeit als auch an Budget. Doch wer sich die Zeit nimmt, diese Appellation kennenzulernen, entdeckt einen der charaktervollsten Ausdrucksformen von Pinot Noir, die das Burgund zu bieten hat.
Was macht Pommard so besonders?
Pommard ist ein Dorf in der Côte de Beaune, eingeklemmt zwischen Volnay im Norden und Beaune im Süden. Die Appellation hat keine Grands Crus, was die Region auf dem Papier eine Stufe unter die begehrtesten Namen des Burgunds stellt. Doch wer glaubt, Pommard müsse deshalb weniger ernst genommen werden, irrt sich. Die 28 Premiers Crus, über die die Appellation verfügt, bringen Weine hervor, die in Kraft und Textur regelmäßig mit ihren nördlicher gelegenen Verwandten aus der Côte de Nuits konkurrieren.
Die Weine aus Pommard genießen einen Ruf, der schon seit Jahrhunderten Bestand hat. Könige, Päpste und Schriftsteller gehörten zu ihren Bewunderern. Voltaire schrieb geradezu schwärmerisch darüber, auch wenn man solche Anekdoten stets mit einer gewissen Skepsis betrachten sollte. Fest steht jedenfalls, dass Pommard international früh bekannt wurde, nicht zuletzt weil die Weine den Transport gut überstanden, was im 18. Jahrhundert alles andere als selbstverständlich war.
Boden und Klima: die Basis des Stils
Die Kraft von Pommard lässt sich zu einem großen Teil aus dem Boden erklären. Während Volnay, nur wenige Kilometer entfernt, durch seine kalkreichen Lehmschichten eleganter und leichter wirkt, hat Pommard mehr eisenreichen, rotbraunen Lehm im Untergrund. Dieser Boden verleiht dem Pinot Noir mehr Tannin, mehr Gewicht und eine dunklere Fruchtnote. Man schmeckt schwarze Kirschen, Erde und manchmal einen Hauch von Trüffel, besonders in den großen Jahrgängen.
Das Klima ist kontinental, mit warmen Sommern und kalten Wintern. Für den Wein klingt das nach einem Vorteil, und das ist es auch: Die Sommerwärme lässt die Trauben vollständig ausreifen, während der kühlere Herbst die Säure bewahrt. Auch hier wirft der Klimawandel seine Schatten voraus. Die Lese findet inzwischen manchmal schon Ende August statt, was vor zwanzig Jahren noch undenkbar war. Winzer ringen mit der Frage, wie sich Struktur und Säureprofil des klassischen Pommard in wärmeren Jahren bewahren lassen. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus, aber den Besten gelingt es hervorragend.
Die Premiers Crus, die du kennen solltest
Zwei Premiers Crus stechen besonders hervor: Les Rugiens und Les Épenots. Rugiens, mit seinen beiden Unterlagen Rugiens-Bas und Rugiens-Hauts, gilt vielen als die komplexeste Lage der Appellation. Die Böden sind hier tiefgründiger, der Wein hat mehr Reifepotenzial und zeigt auf seinem Höhepunkt eine Kombination aus Mineralität und dunkler Frucht, die sich über viele Jahre entwickeln kann. Die Jahrgänge 2015 und 2019 werden derzeit am meisten diskutiert, wobei ich mich frage, ob nicht auch der 2012er unterschätzt wird: ein bescheidenes Jahr im Volumen, aber mit einer Schärfe und Finesse, die den wärmeren Jahren manchmal fehlt.
Les Épenots ist in der Jugend etwas zugänglicher, mit mehr roter Frucht und einer samtigeren Struktur. Das ist der Premier Cru, den man eher zu einem schönen Wildbraten öffnet, ohne zehn Jahre Geduld aufbringen zu müssen. Wer mehr über die Logik hinter diesen Klassifikationen verstehen möchte, findet in unserer Erklärung zu Premiers Crus und Grands Crus im Burgund einen guten Einstieg.
Château de Meursault: ein Besuch, der bleibt
Wer Pommard besucht, kommt an Château de Meursault nicht vorbei. Streng genommen liegt das Château in Meursault, besitzt aber bedeutende Parzellen in Pommard und ist historisch mit der gesamten Côte de Beaune verbunden. An einem Montagmorgen im Oktober gingen wir durch die Keller, eine beeindruckende Reihe gewölbter Gänge mit über drei Millionen Flaschen. Die Luft roch nach Kalkstein, Feuchtigkeit und altem Eichenholz. Unser Guide, ein wortkarger Burgunder Mitte fünfzig, öffnete ohne Vorankündigung eine Flasche Pommard Premier Cru 2017. Nichts an seiner Haltung verriet, dass er gerade etwas Besonderes tat.
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Der Wein war dunkel, tanninhaltig, aber bereits offen, mit einem Duft von schwarzer Pflaume und etwas Rauchigem. Es war genau der Typ Pommard, der den Ruf des Dorfes rechtfertigt. Ein Besuch bei diesem historischen Weingut ist ein Erlebnis, das man mit nach Hause nimmt. Wir haben ausführlicher darüber geschrieben in unserem Bericht über die Weinprobe bei Château de Meursault, für alle, die mehr darüber erfahren möchten, was dich dort erwartet.
Weitere Weingüter in Pommard
Domaine du Comte Armand ist ein Name, den Weinkenner sofort erkennen. Das Weingut besitzt seinen wichtigsten Besitz in der Monopollage Clos des Épeneaux, einer ummauerten Parzelle innerhalb von Les Épenots. Die Weine sind in der Jugend straff, manchmal fast verschlossen, belohnen Geduld aber mit einer Fülle, die man selten bei Premier-Cru-Burgundern findet. Parker vergab wiederholt Bewertungen über 95 Punkte, auch wenn das nicht immer alles über das tatsächliche Erlebnis aussagt.
Domaine de Courcel arbeitet ebenfalls in Les Rugiens und erzeugt Weine, die den Terroircharakter dieser Lage deutlich widerspiegeln. Weniger bekannt als Armand, aber definitiv einen Versuch wert. Beide Weingüter arbeiten nur nach Vereinbarung, und eine Reservierung ist keine Formalität, sondern echte Notwendigkeit. Die Hochsaison von Juni bis September ist stark frequentiert. Wer Ruhe sucht und wirklich vom Winzer persönlich geführt werden möchte, kommt besser im Oktober oder November. Maison Joseph Drouhin besitzt ebenfalls Parzellen in Pommard und bietet eine gute Einführung für alle, die mit der Region weniger vertraut sind.
Ehrlich über Preis und Erwartungen
Pommard ist nicht günstig. Ein einfacher Dorfwein beginnt bei etwa 25 bis 35 Euro, ein solider Premier Cru liegt schnell über 60 Euro, und die Spitzennamen wie Clos des Épeneaux steigen Richtung 150 Euro oder mehr. Im Vergleich zu vergleichbarer Qualität aus der Côte de Nuits ist das noch moderat, aber es lohnt sich, diese Erwartungen vor der Reise klar im Kopf zu haben.
Die Weine verlangen zudem Zeit. Ein junger Pommard, leichtfertig an einem beliebigen Dienstagabend geöffnet, zeigt selten sein bestes Gesicht. Wer zu Hause eine Flasche kauft, sollte sie mindestens fünf bis zehn Jahre lagern. Ein Besuch vor Ort ist dabei die beste Art, zu probieren, wozu ein gereifter Pommard fähig ist: Weingüter haben oft Jahrgänge im Keller, die anderswo nicht mehr erhältlich sind. Mehr praktische Informationen über die Region findest du in unserem Leitfaden über die verschiedenen Terroirs im Burgund.
Ist Pommard etwas für dich?
Wenn du elegante, leichte Pinot Noirs liebst, ist Pommard vielleicht nicht die naheliegende Wahl. Volnay oder die besseren Dorfweine aus Chambolle-Musigny geben dir mehr Feinheit und weniger Tannin. Aber wenn du Tiefe, Struktur und einen Wein mit Aussage schätzt, bietet Pommard etwas, das nur wenige andere Appellationen erreichen. Es ist einer jener Orte im Burgund, an denen man mit dem Glas in der Hand das Gefühl hat, dass der Boden wirklich etwas zu sagen hat.
Lass dich von diesem Gefühl leiten. Das Burgund ist groß und unübersichtlich, und Pommard ist eine der Adressen, zu denen man immer wieder zurückkehrt. Nicht weil es der einfachste Wein ist, sondern weil er der ehrlichste ist.
